2. Folge – Ein absolut unterschätzter Rotwein

Wein Soul-Faktor Euronen
2009 Côte de Brouilly
Domaine des Terres Dorées (Jean-Paul Brun), Beaujolais
10-20

Was für ein genialer, präziser Wein: Sauerkirschen, Holunderbeeren, Lakritz und Mineralien im Aroma. Absolut glockenklar, rassig und saftig frisch. Eigentlich schmeckt so guter Burgunder für 25,– €. Das Beaujolais wird in weiten Teilen, auch von Weinfreaks, immer noch völlig unterschätzt. Ich frage mich immer wieder: Warum ist das so? Vielleicht liegt es an der Feigheit vieler Einkäufer, etwas Neues auszuprobieren. Wahrscheinlich ist es der unterirdische Ruf des Beaujolais Nouveaus, der sie davon abhält. Denn der Nouveau ist ein beliebter fröhlicher Schädelspalter aus den 90ern, der heute in Asien und Russland sich wachsender Beliebtheit erfreut. Dieser junge, schnell zu Kopf steigende Saft hat nichts mit Weinen aus den zehn Gemeinden, den Crus des nördlichen Beaujolais, zu tun. Denn dort wächst die leckere Gamay-Traube auf hartem Schiefer, Granit und Gneis. Im Süden der Region dagegen ist der Boden sandig und teilweise kalkig und heißt Terres Dorées („goldene Böden“).

Der Mont Brouilly wird mit seinen 500 Metern als Berg verehrt und genießt einen besonderen Ruf. Zum einem wegen des harten, teilweise stark verwitterten, Granitbodens und zum anderen wegen seiner alten Rebanlagen und der steilen Hänge. Diese Lage ist für mich unter den zehn Crus ein absoluter Geheimtipp, der in guten Jahren mehr als eine Dekade reifen kann.

Jean-Paul Brun gehört zur Fraktion der entspannten Winzer, die souverän mit dem naturbelassenen Weinausbau umgehen. Wenig Schwefel und Kupfer, keine Filtration, nicht geschönt und gebrauchte Fässer sind sein Prinzip. Ein bescheidener Genussmensch der den alten Stil der Region abfüllt und obendrein ein Qualitätsfanatiker erster Güte ist. Der Jahrgang 2009 ist spektakulär und intensiv. Laut Aussage vieler Winzer war es der beste der letzten 30 Jahre.

Über hendrikthoma

Master Sommelier, Impresario und Gastgeber bei Deutschlands Video Blog + Shop "Wein am Limit"
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36 Antworten zu 2. Folge – Ein absolut unterschätzter Rotwein

  1. Lutz schreibt:

    Dann will ich mal das Eis brechen! Gewohnt gutes Video! Aber wieso nicht mehr bei Tvino? Die Kombination mit Steffi war wirklich super! Freue mich auf weiter Interessante Beiträge (Weine) und drücke Dir die Daumen. Aber nun zum Beaujolais: Ich selbst kam bis jetzt noch nie in den Genuss eines wirklich ansprechenden Exemplars, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

  2. Alex Blindtaster schreibt:

    Gratuliere zum neuen Blog! Finde es toll, dass Du gleich mit den unterschätzten Weinen des Beaujolais anfängst, das passt! Wünsche mir auch viel mehr noch aus der Gegend, zum Beispiel von Lapierre, Foillard und anderen. Und auch deine Analysen zum Thema „Vin Naturel“. Meiner Meinung ist Lapierre einer der wenigen, die diese Richtung überhaupt beherrschen! Grüße aus Frankfurt.

  3. Rolf Lohrmann schreibt:

    Hallo Hendrik,

    alles Gute zum Start Deines neuen Channels und Projektes! Du wirst die Bude schon rocken 🙂
    Super, dass Du Dir hier wieder die „verborgenen“ Perlen vornimmst. Hab noch einige Fläschchen von Deiner letzten Beaujolais-Empfehlung im Keller. Klasse Wein. Und tatsächlich massiv unterschätzt. Bonne chance!

  4. Andreas Jachmann schreibt:

    erst einmal alles gute für den beruflichen neustart.
    ich kann mich nur für die „seelenverwandtschaft“ bezüglich der beaulolais-weine bedanken.
    sehe einige crus genau wie du und versuche seit jahren die gastronomie dazu zu bewegen, solche m.m nach tollen speisenbegleiter einmal wieder einzusetzen.
    weiter so.
    bonne chance für den „neustart“
    hope to cu – next in HH
    andreas

  5. Gilli Vanilli schreibt:

    So gleich Teil 2 hinterher

    Also wenn du n Kamera Mann brauchst der auch angesäuselt scharf Filmen kann dann sag Bescheid :-)))

    PS: Bezugsquelle fände ich noch interessant

    Weiter so !!!!!

  6. Axelf schreibt:

    Gefällt mir!

    Bezugsquelle? Eine Internetsuchmaschine hilft da leicht weiter!

  7. Marco Rosso schreibt:

    2. Teil auch Klasse,so kanns weiter gehen !

    PS: Bezugsquellen fände ich auch interessant aber das wird wahrscheinlich gleich wieder zu kommerziell.

  8. Bernd Kreis schreibt:

    Lieber Hendrik,
    meine Gratulation zu diesem Blog! Das nenne ich mal gelungen und mit sicherer Hand ausgewählt. Schön, dass Du diesen Weinen eine Öffentlichkeit bietest, die sie in Deutschland bisher nicht hatten. So eine Horizonterweiterung tut wirklich Not. Denn die Liebhaber individueller Charakterweine müssen sich in Deutschland ihre Informationen mühsam, und fast ausschließlich im Ausland, zusammenklauben weil hier nur der kommerzielle Mainstream gefördert wird.
    Ich hoffe, dass es so professionell und unabhängig weiter geht und wünsche dazu alles Gute.
    Mit einem kräftigem SCHLUCK-AUF!
    Bernd

  9. Samdtner schreibt:

    Es wäre super, wenn man noch eine Bezugsquelle nennen könnte.

  10. Finn Peters schreibt:

    Schönes Video. Beaujolais hat natürlich zum einen das Image-Problem, zum anderen passen die eher leichten Weine nicht zum derzeitigen Massengeschmack und schließlich gibt es auch im Beaujolais grauenvolle Weine. Was da unter der Appellation Beaujolais und B. Villages vertrieben wird, kann einem die Tränen in die Augen treiben. Plumpe Frucht mit Marmeladengeschmack usw…

    Aber es gibt eben auch gute Sachen von da, nur die muß man im deutschen Weinhandel mit der Lupe suchen.

    Grüsse und viel Erfolg für das neue Projekt.

    Finn

  11. Catharina d'Aprile schreibt:

    Habe mich gefreut, diese Folge zu sehen. Ich probiere die Weine von Jean Paul Brun seit neun Jahren regelmäßig und freue mich sehr, dass sein Brouilly hier so eine schöne Plattform bekommen hat. Es ist wahr, der Beaujolais hat’s nicht leicht im Regal! Aber wenn man erstmal eine Flasche aufgemacht hat und er selber zeigen kann, was in ihm steckt, kann man auch eher skeptische Kunden schnell von diesen Weinen überzeugen! Besonders, wenn man ein so geschliffenes Exemplar vor sich hat, wie diesen Gamay von Brun. Brun hat, wie nicht anders zu erwarten, auch noch einiges anderes Schönes im Angebot – auch seine Beaujolais Blancs sind nicht zu verachten! Toller Winzer! Danke für diese Probe!

    • Schmackofatz schreibt:

      […]Aber wenn man erstmal eine Flasche aufgemacht hat und er selber zeigen kann, was in ihm steckt, kann man auch eher skeptische Kunden schnell von diesen Weinen überzeugen![…]

      …was exakt auf mich zutrifft! Dank dir, lieber Hendrik, ist mein Bann zum Beaujolais nun gebrochen. Ich habe nach diesem Video 3 Probierflaschen bestellt und schon nach dem ersten Schluck (bzw. der ersten Geruchsprobe) muss ich sagen, dass mich der Wein
      überzeugt hat!
      Ganz grosse Klasse! Eine grössere Bestellung ist unternommen :).

      Weiter so und viel Glück für diesen tollen Blog!

  12. Felix vom Endt schreibt:

    Hallo,
    Gratulation zum neuen Blog, sehr schön und schlicht aufgemacht. Konzentration auf das Wesentliche. Die Verkostungsvideos sind ebenfalls gut gemacht.

    Viele Grüße von einem Bierliebhaber 🙂

  13. Andreas Leonhard schreibt:

    Hallo Hendrik,
    gratuliere Dir zum Start Deines neuen Blog und muss sagen gefällt mir wirklich richtig gut! Die Beschreibung des Beaujolais war wirklich gut und hat so richtig Lust auf den Wein gemacht. Ich wünsch Dir noch weiterhin viel Erfolg mit Deinem Blog und mach auf jeden Fall weiter so!!!!
    Cheers aus Frankfurt
    Andreas

  14. Tibor schreibt:

    Moin
    Es freut mich sehr, dass man dir weiterhin beim verkosten interessanter Tropfen zuschauen kann. Etwas ernster und straighter als bei Tvino, aber das Grinsen beim ersten riechen bleibt. Gefällt mir ! Viel Erfolg und weiter so…

  15. Beate E. Wimmer schreibt:

    Habe Deine Session „Die 10 Crus des Beaujolais“ auf der ProWein 2011 genossen. Ich bin ebenso der Überzeugung, dass dieses Weinbaugebiet unterschätzt ist.

    Du fragst zu Recht nach den Fehlern, die gemacht wurden! Da kann ich nur eine Antwort geben: Marketing!!! Das Beaujolais hat sich eine lange Zeit fast ausschließlich über den Primeur definiert. Und da wissen wir beide, Maceration Carbonique und zudem eine Semi-Carconique – nur um Farbe und Tannine zu extrahieren und den Wein schnell zugänglich machen! Das kann auf Dauer keine Kenner hinterm Ofen hervorlocken. Eine Weile wurde ein SNOB-Reffekt erzielt, der gottlob in den letzten Jahren dann nachgelassen hat! Man hat offensichtlich erkannt, dass mit dieser Art Wein die falschen Zielgruppen erreicht wurden.
    Und jetzt gilt es hart zu Arbeiten!!!

  16. Micki schreibt:

    Hallöchen. Ich denke Du schaffst den Spagat und sprichst Fachleute und „echte“ Weinkenner an sowie auch „Einsteiger“ in die Weinszene. Das hast Du alleine schon mit der Auswahl der ersten beiden Weine geschafft. Und wenn das Volk nach Bezugsquellen verlangt stimme ich nur zum Teil zu, schließlich soll dadurch auch der Markt allgemein angekurbelt, der persönliche Weinladen um die Ecke angefragt werden.
    Ach ja, „Studiogäste“ – das wird sicher spannend. Ich hätte gerne Klimek und Piggot – am besten gleichzeitig 😉

    Micki

  17. Peter Heck schreibt:

    Hab mir gleich mal 3 Flaschen zum probieren bestellt – solche Tipps nehme ich immer gerne auf!

    Ciao
    Peter

  18. Holger Schwarz schreibt:

    Lieber Hendrik,
    ich wünsche dir viel Mut und Glück beim Aufbrechen der Zwiebelschalen. Die eigenen sind manchmal die widerspenstigsten…

    bis demnächst auf ein entspanntes Glas Naturwein,
    Grüße aus Berlin, Holger

  19. Torben Bornhöft schreibt:

    Sehr schön – beide Folgen haben bisher viel Freude gemacht!

    Bezugsquellen lassen sich sehr schnell ergooglen, für beide Weine…

    Grüße und viel Erfolg auf dem weiteren Weg!

  20. Marco Rosso schreibt:

    So,auch zwei Weine von Jean-Paul Brun bestellt ! Bin sehr gespannt wie sie schmecken. 🙂

  21. Marco Rosso schreibt:

    Bezugsquelle: Lobenbergs Gute Weine http://www.gute-weine.de

  22. vinophil schreibt:

    Auf zu neuen Ufern – weiter so!
    Wie wäre es mal mit feinem Cabernet Franc von der Loire? Diese Weine sind in Deutschland leider viel zu selten im Fokus der Verkoster…

  23. Weinschlumpf schreibt:

    Tolle Weine von Jean Paul Brun! Bezugsquelle ist u.a. auch die Weinlade am Gutenbergplatz in Karlsruhe.

    http://www.weinlade.de

  24. Wolfgang schreibt:

    Hallo Hendrik,
    meinen Glückwunsch zum neuen Format.
    Ich freue mich, dass du dich aus den Zwängen befreit hast und wieder unabhängig und du selbst sein darfst. Viel Erfolg.
    Übrigens unterschätzte Appellationen: komme gerade von der Loire und habe auf der Messe von Angers ganz tolle Weine aus hierzulande eher unbekannten AOC’s probiert.

  25. decucinaria schreibt:

    hi hendrik, schönes ding. die belichtung flackert hin und wieder, das kannst du bei der kamera einstellen. in diesem jetzigen modus reagiert die kamera auf eine armbewegung o.ä. und belichtet je nach hell oder dunkel immer neu. ansonsten, bon courage – dann werde ich vielleicht doch mal einen beaujolais trinken. ein wein der garnicht bei mir auf dem schirm ist. joerg

  26. Peter Heidrich schreibt:

    Kann Dir nur Recht geben, Hendrik – die Weine des Beaujolais werden heillos unterschätzt. Und ich muß zugeben, daß auch ich dieser Weingegend ebenfalls oft Unrecht getan habe – durch schlichtes „Vergessen“, und oberflächliches Zuwenden den „berühmten“ Gegenden, wie Bordeaux, Rioja, Rhone usw. Werde das aber wiedergutmachen, und noch in diesem Jahr mehrere Beaujolais-Weine verkosten, und kaufen. 🙂

  27. Paula Redes Sidore schreibt:

    ´Well chosen, well said. Beaujoulais continues to be one of those „sommelier secrets“ that I love to share. It’s a fantastically easy wine to pair, works well with many palates and budgets, and when well done acheives a heavenly tension of elegance and body…rather like this blog, come to think of it. Weiter so! Grüße von kalte Brrrrlin.

  28. Pingback: La Vie en Rose… (a.k.a. methode ancestrale) | Glasklare Gefühle

  29. Werner schreibt:

    Und auch das zweite Video wieder so wie es sein muss!

  30. Diollysos schreibt:

    Das macht wieder Spaß! ..

    Meine Wenigkeit schätzt das Beaujolais, insonderheit die GCs.

    Beste Grüße

    Diollysos

  31. Crazy-Wine-Junkie schreibt:

    Hi Hendrik,

    naja es ist jedermanns eigene Ansicht was allgemein Weinkonsum betrifft.
    Es freut mich sehr das du dieses Thema Beaujolais ansprichst den ich habe viele gute Eindrücke bisher gehabt.
    Was ich schade finde sind die sogenannten Jungweine Beaujolais.
    Die haben ja eine Tradition wo ganz junge Weine um 12 Uhr angestochen werden um einen süffigen Abend zu verbringen.
    Ich vermute das es viele die mal dort waren als Touristenatraktion mitbekommen haben und sich diese Jungweine mit dem Namen der Region einprägten.
    Meiner meinung nach sollte man viel mehr probieren ciel mehr schmecken und sich gedanken machen was man will.
    Diese Weine würde man zum alltäglichen Genuss nicht ablehnen wollen wenn man auf den Geschmack kommt.

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