5. Folge – Vom roten Riesling und Gisbert zu Knyphausen unplugged!

Wein Soul-Faktor Euronen
2010 Roter Riesling
Knyphausen, Rheingau
10-20

Gisbert zu Knyphausen ist ein großartiger Musiker, von dem wir bestimmt noch sehr, sehr viel hören werden. Seine Stücke sind wie Poesie: melancholisch, nachdenklich aber immer mit Tiefgang und Komplexität, genau wie ich es bei gutem Wein schätze. Diese Musik, die mich sehr berührt, habe ich durch einen Facebook-Freund kennen und schätzen gelernt. Doch was die wenigsten wissen ist, dass Gisbert zu einer der ganz alten Winzerdynastien in Deutschland gehört. Nämlich zu den Baronen von Inn- und Knyphausen. Das Weingut liegt im ganz klassischen deutschen Rieslingland, dem Rheingau. Für mich war es eine tolle Gelegenheit, ihn bei Wein am Limit zu seinem Verhältnis zum guten Rebensaft zu befragen. Ich empfehle, das Video bis zum Schluss zu schauen, denn am Ende stellt Gisbert sein musikalisches Können unter Beweis.

Da beim ersten Anlauf die Kamera nicht scharf gestellt wurde, mussten wir einen zweiten Termin vereinbaren. Künstlerpech und -glück. Denn da uns beim ersten Dreh insbesondere ein Wein aufgefallen war, haben wir uns danach entschlossen, euch nur diesen zu präsentieren. Es handelt sich um eine alte Rebsorte, die vor über 140 Jahren in Deutschland wesentlich mehr Bedeutung hatte: den roten Riesling. Es ist eine qualitativ sehr hochwertige Sorte die, wie es der Name schon sagt, rötlich gefärbt ist. Demnach ist der Saft beim Pressen etwas dunkler als beim heute überall bekannten weißen Riesling. Auch geschmacklich unterscheidet sie sich von ihrem Vetter. Ich empfinde es so: kerniger, markanter und am Gaumen etwas cremiger und fülliger (wärmer). Früher war der rote Riesling ein wichtiger Bestandteil des „gemischten Satzes“, bis sie und diese Methode in Vergessenheit gerieten. Das heißt, sie wurde mit vielen andern Rebsorten im Weinberg gepflanzt und wurde zur gleichen Zeit gelesen und gekeltert. Der Vorteil war, dass man auf diese Art und Weise besser Jahrgangsunterschiede ausgleichen konnte. Mal war die eine Rebsorte besser, ein anderes Mal eben eine andere. Heute spielen wieder viele Winzer vermehrt mit dem Gedanken des „gemischten Satzes“. Ich finde es großartig, dass die Knyphausens diese vielversprechende alte Traditionsrebsorte wieder ins Sortiment aufgenommen hat.

Am besten fahrt Ihr am 15. Juli 2012 auf das jährliche Hoffest im Rheingau und genießt die großartige Musik und den köstlichen Wein direkt vor Ort.

Über hendrikthoma

Master Sommelier, Impresario und Gastgeber bei Deutschlands Video Blog + Shop "Wein am Limit"
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33 Antworten zu 5. Folge – Vom roten Riesling und Gisbert zu Knyphausen unplugged!

  1. Dude schreibt:

    „Wein-Unterhaltung“ vom Feinsten !
    macht einfach Spass …

  2. gazzettadelvino schreibt:

    Bei seinem Bruder Dodo war der Direttore auch schon zu Gast und befand den Roten Riesling für genial!
    http://lagazzettadelvino.blogspot.com/2010/10/der-direttore-zu-gast-am.html

  3. gazzettadelvino schreibt:

    Klassische Musik von Goethe?🙂

  4. enjoy schreibt:

    Super! Toller Gast
    Grossen Dank an Hendrik, dass du uns wieder mit solchen Videos unterhältst.

  5. Axel Biesler schreibt:

    Touché, Herr Thoma und Herr zu Knyphausen!

  6. Felix schreibt:

    Sehr sehr fein, authentisch, ruhig, echt. Hut ab!

  7. AlenJ schreibt:

    Lebes Wein am Limit,

    “ …
    Mir fehlen die Worte, ich
    Hab‘ die Worte nicht,
    Dir zu sagen was ich fühl‘.
    Ich bin ohne Worte, ich
    Finde die Worte nicht.
    Ich hab keine Worte für dich.
    …“

  8. Schmackofatz schreibt:

    Genialer Blog und wiedermal geniale Folge!
    Herzlichen Dank für tolle Unterhaltung!

  9. Peter schreibt:

    Roten Riesling kannte ich noch nicht … Will ich aber bald kennenlernen. Danke für diese Anregung!
    Immerhin aber kenne ich KÄTHE bereits. Wer sie noch nicht kennt, möge hier reinschauen:

  10. Praterralle schreibt:

    Tolle Sendung Hendrik,
    roten Riesling kannte ich bisher auch nicht und dachte eigentlich, daß der Elbling die älteste Rebsorte sei.

    • Hendrik schreibt:

      Das stimmt Albalonga oder Elbling ist die älteste Rebsorte. Die bis zu den Römern zurückreicht. Riesling lässt sich bin in’s 8. Jahrhundert zurück verfolgen.

      • Praterralle schreibt:

        Is ne Prüfungsfrage mit der Albalonga, gell? Is nämlich eine Neuzüchtung aus den 50er Jahren und keine alte Rebsorte.

  11. gazzettadelvino schreibt:

    Bei Kräne echte Gänsehautfeeling. Es macht auch einfach mal Spaß zuzuschauen, auch wenn der Gast kein Wein Pro ist. Sehr gut unterhalten!

  12. Burkhard schreibt:

    Hallo,
    zum Geschichtsprofessor hats bisher nicht gereicht, aber vielleicht reicht auch ein Geschichtslehrer…
    Der Rheingau gehörte zum Kurfürstentum Mainz, das vom Mainzer Erzbischof bis 1803 (Reichsdeputationshauptschluss) regiert wurde. Es gab wenige freie Reichsstädte in der Region, außer Frankfurt und Gelnhausen, die aber nun nicht so richtig im Rheingau liegen. Reichsstädte waren nur dem Kaiser Untertan. (Deswegen waren sie relativ unabhängig.) Darum kann man nicht so sagen, dass die Region als besonders frei zu bezeichnen ist. Immerhin war der Landesherr ein geistlicher Herrscher, der natürlich seine Rechte in der Region wahren wollte.
    Soviel zur kleinen Geschichtsstunde😉

    • Burkhard schreibt:

      Mir ist grad eingefallen,dass später zur Zeit der Revolutionskriege die kurzlebige Mainzer Republik ausgerufen wurde,die die Ideale der frz.Revolution brachte.Dies war aber 1793 und nicht im Mittelalter. Aber ich freue mich jetzt auch wieder auf den Donnerstagabend mit einem Glas Wein und Hendrik.

  13. Sven schreibt:

    Ein nicht ganz unbekannter Master-Sommelier würde hier wohl sagen: „Ganz großes Kino“. Toller Wein, interessanter Gast (den ich bisher nicht kannte) und überraschend gute Musik. Hoffe Dir gehen so schnell nicht die Ideen für Deinen Blog aus.

  14. kudammcowboy schreibt:

    Lieber Hendrik,

    G R O ß A R T I G !!!!

    Der Donnerstagabend ist für mich wieder das Highlight der Woche. Danke !!!

  15. Elmar Hullermann schreibt:

    Super Herr Thoma….back to the Roots

  16. Diollysos schreibt:

    Hm. Ich möchte dem Gast nicht zu nahe treten, aber mir scheint er keine Ahnung von Wein zu haben. Sein Bruder oder Vater wären m.E. interessanter gewesen!

    Vinophile Grüße

    Diollysos

    • Hendrik Thoma schreibt:

      Nun, das hat er nicht behauptet. Im Gegenteil: ich schätze Gisbert als grossartigen Musiker, der auch guten Wein schätzt. Mir geht es auch um die Atmo und Leidenschaft in diesem Video! Danke. Euer Hendrik

      • Diollysos schreibt:

        Das ist mir klar. Ich wollte bloß zum Ausdruck bringen, dass ich diese Videos, sprich mit Fachleuten, präferiere.

        Natürlich ist er ein sehr sympathischer Kerl, so jedenfalls gewinnt man den Eindruck, sicherlich schätzt er auch den guten Wein, aber ich lerne eben gerne dazu. Hierzu sollten durchaus Gespräche über Böden, Klimaverhältnisse, Kellermethoden etc. gehören. Und hierbei kann durchaus auch einiges an Leidenschaft einfließen, bzw. gelebt werden!

        Es soll ja Videos geben, die darauf setzen, wie Wein im Schnee schmeckt, wie man einen Wein ausschenkt etc. Das brauche ich aber nicht.

        Vinophile Grüße

        Diollysos

  17. enjoy schreibt:

    @ diollysos:
    Ehrlich gesagt glaube ich das nicht. Vielmehr vermute ich, dass es es einfach nicht seine Art ist, im üblichen Fachjargon allzuviele Worte über ein Glas Wein zu verlieren. Mir sind die Beiträge in denen Hendrik sich mit Winzern etc. vorrangig über Wein unterhält auch sehr wichtig. Allerdings finde ich das Video mit Gisbert wirklich auch sehr gelungen weil hier einfach Atmosphäre rüberkommt und das finde ich total sympathisch. Außerdem kannte ich persönlich den roten Riesling auch noch nicht. Sprich – auch noch etwas zum Thema Wein erfahren.🙂

    • Diollysos schreibt:

      Eben. Mir auch, nichts anderes wollte ich damit zum Ausdruck bringen. Es soll ja andere Videoblogs geben, die sich völlig von Informationen entfernt haben, entsprechend könnte man hier klar Kontraste setzen und sich damit absetzen. Um nur nett zu plaudern, bedarf es nicht der Kenntnisse eines Fachmanns, das kann jeder.

      Zudem: Über den roten Riesling hätte man deutlich mehr informieren können, das kam ein wenig kurz.

      Vinophile Grüße

      Diollysos

  18. HarryK schreibt:

    Hallo Hendrik,
    auch ich habe endlich deinen neuen Wein-Blog entdeckt und mir erst mal alle Folgen angesehen – tolle Sendungen – freue mich schon auf die nächsten.

    Viele Grüße aus Elmshorn
    Harry K.

  19. Marco Rosso schreibt:

    Super Sendung und sehr sympatischer Gast.Die Atmosphäre stimmt mit so guter Mucke !

  20. Jörg schreibt:

    Bravo! einfach nur Bravo zu diesem Blog! Hendrik, ich bin so begeistert! Das hatte alles, authentische Menschen, Emotion, unglaublich ausdrucksstarke Musik! Leidenschaft! So lebt man Wein!!!

  21. Pingback: Gisbert zu Knyphausen – Vom roten Riesling : Pfalzlinse

  22. franzi schreibt:

    Toller Musiker, tolle Sendung. Ick bin entzückt! Danke, mehr davon und alles Gute mit dem neuen Projekt. Ich fühle mich hervorragend unterhalten.

  23. Werner schreibt:

    Und wieder ein interessantes Gespräch, roten Riesling hatte ich noch nicht und werde ich aber jetzt mal probieren. Die Musik von Knyphausen ist zwar nicht meins, aber glücklicherweise kann beim Wein wie bei der Musik jeder das finden was ihm gefällt🙂 . Cäthe ist für mich schon hörenswerter….

  24. morsches holz schreibt:

    sehr interessant die stelle ab 2:20 min.: er spielt gern mit dem publikum!? ich schätze gisbert als musiker auch sehr, er ist echt wunderbar aber man könnte auch sagen: liebe fans bitte behelligt gisbert auf der bühne mit garnichts denn er braucht dort seine ruhe!😉

    nichts desto trotz großartiger musiker… es gibt keinen vergleichbaren zu dieser zeit!❤

  25. Gilli Vanilli schreibt:

    nicht so meine Musik der gute herr – aber der wein passt

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