85. Folge – That’s Pinot, Darling

Wein Soul-Faktor Euronen
2011 Pinot Noir
Terra Vin, Marlborough, Neuseeland
20-30
2011 Pinot Noir „Eaton Family Vineyard“
Terra Vin, Marlborough, Neuseeland
50-60
Hier kann man die Weine bekommen

Heute geht es in die 2. Runde mit Gordon Ritchie, dem Kellermeister des kleinen Familienweinguts Terra Vin in Marlborough, Neuseeland. Dieses Mal sitzen wir im Eaton Family Vineyard, einer traumhaften Hügellage im Omaka Valley, einem kleinen Seitental der Subzone „Southern Valley’s“. Dieser wunderbare Weingarten wurde 1998 angelegt und wird penibel von Mike Eaton, einem der Hauptanteilseigner von Terra Vin gepflegt. Mit einer engen Pflanzdichte von 5000 Stöcken, die biologisch bewirtschaftet werden, ergibt diese Lage sensationelle Früchte.

Die Pinot Noirs aus Marlborough haben eine kühle, frische Frucht und für mich ist diese Region geradezu prädestiniert, um Weltklasseweine aus dieser Rebsorte abzufüllen. Viele vermuten den heiligen Gral weiter südlich, im kalten Central Otago. Allerdings können dort aufgrund der extremen Wetterbedingungen die Ergebnisse extrem schwankend sein. Außerdem sind viele Weinstöcke noch sehr, sehr jung. Man wird sehen, welche Rolle Central Otago künftig spielen wird.

Als direkten qualitativen Rivalen zu den Marlborough Weinen sehe ich die Pinots aus Martinborough vom Süden der Nordinsel. Hier fallen die Weine im Allgemeinen vielleicht etwas voller und reifer aus.

Die kargen Hügellagen in den Southern Valleys scheinen aufgrund ihrer Böden und Hangneigung ideal für den Pinot zu sein. Die meisten setzen die Region Marlborough mit dem Sauvignon Blanc gleich. Sie übersehen dabei, wie grandios die Pinots von hier sein können. Sie haben eine irre pure, klare und kühle Frucht, mit einer grandiosen Nase, die an Sauerkirschen und rote Johannisbeeren erinnert. Der unfiltrierte 2011 Pinot von Terra Vin zeigt wie herrlich saftig, frisch und mineralisch Marlborough Pinot sein kann. Der 2011er Eaton Family ist ein zurückhaltender, festerer Typ. Ein ernster und ganz großer Wein, der ein paar Jahre reifen kann und, da bin ich mir sicher, schwer von einem erstklassigen Burgunder zu unterscheiden sein wird. Ein himbeerfruchtiges Präzisionsgeschoss der gleich ins Herz geht. Pinotpassion rulez!

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7 Antworten zu 85. Folge – That’s Pinot, Darling

  1. Mathias R. schreibt:

    Hey Henrik, Hey Gordon,
    Great show! I study viticulture in Vienna so its always important for my colleges and me to find new wines and experience new and different styles from all over the world. That’s why we meet once or twice a month to do a blind tasting with national and international wines.
    Your wines sound really interesting and I’m sorry to say that I did not have the chance yet to try them. That’s why I’m asking if you still need an internee for the 2014 harvest 😉
    Regards, Mathias

  2. Marc schreibt:

    Super handsome guest, I adore his acent. And I wish I could be in New Zewland right now the weather looks awesome, instead sitting in front of my window looking outside and the only thing I can see is snow. 😦

    I think much more people should „think outside the box“, especially in Germany this is a big, big problem.

    Hendrik mach weiter so!

    Cheers
    Marc

    • Rainer schreibt:

      Dann lass uns mal „outside the box“ denken. Hendrik zeigt dieses Foto das in NZ entstand auf FB:
      [https://www.facebook.com/photo.php?fbid=528168537228372&set=a.528168493895043.122243.210246339020595&type=1&theater]

      Ich stelle mir vor diese Steinplatte stünde in Berlin und der Text wäre deutsch. Bestenfalls gäbe es großes Gelächter, ich befürchte allerdings, es gäbe wieder einen „Aufschrei“.

  3. Peer G. schreibt:

    Hey Hendrik
    schöner Beitrag in fast romatischer Weinbergsatmosphäre. Es ist ja schon schwer genug Weine in deutscher Sprache auf den Punkt zu bringen – wie Du die Struktur der Weine in Englisch heraus arbeitest, Hut ab!
    Der Winzer wirkt ja mega-entspannt, wahrscheinlich weiß er um die Güte seiner Tropfen…
    Was mich jedoch stutzig macht: im Intro zum Beitrag schreibst Du, dass der Weinberg, aus dem gerade der zweite Pinot entstammt erst 1998 angelegt wurde. Wie kann ein Wein aus gerade Mal 12 Jahre alten Reben, wo die Stöcke noch nicht wirklich tief wurzeln, erstens eine markante Mineralik aufweisen, zweitens eine „Dirty Complexity“ besitzen wie man Sie aus dem Burgund bei Weinen aus Reben des Alters 60+ kennt und drittens vor diesem Hintergrund einen Vergleich mit
    Romanee-Conti ernsthaft wagen?!?

  4. Hendrik Thoma schreibt:

    Lieber Peer, erst einmal herzlichen Dank für die Blumen. Nun, mittlerweile ist der Weinberg fast 15 Jahre alt und ich glaube einen Vergleich mit Romanée-Conti wird er schwerlich standhalten. Was mich an dem Eaton fasziniert ist dennoch seine komplexe, tiefe Mineralik. Es ist übrigens eine Mär, daß diese nur von alten Rebstöcken erbracht wird. Viele dieser Mineralien können direkt an der Oberfläche durch das Wurzelwerk auch von jungen Rebstöcken gelöst werden. Ich glaube, daß alte Reben insgesamt ein bessere Balance und weniger Ertrag hervorbringen, wobei hier die Mineralität nur einen Aspekt darstellt. Salut, Hendrik

  5. Pascal schreibt:

    Hallo Hendrik

    Schöne Berichte von NZ, macht lust auf die Weine. Es wird viel über die Weine und die Gegend geredet, ich hätte mir noch mehr bewegte Bilder der Gegend, der Weinkeller und der Umgebung diese für mich neuer Weinwelt gefreut.Vieleicht bei deiner nächste Reise.

    LG Pascal

  6. Rainer Josef schreibt:

    Wir trinken Wein wegen des Geschmackes, nicht wegen des Alkohols(pegels). Schön ausgedrückt.
    Es wäre wirklich zu wünschen wen sich diese Kultur mehr verbreitet.
    Auch Wein als Kunstform finde ich eine lohnende Annäherung. Bilder für die Augen, Musik für die Ohren und eben Geschmäcker für den Gaumen. Bottles of an Exhibition.

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