2. Teil Besuch vom Wochenmarkt – 171. Folge Wein am Limit

Hier kann man die Weine kaufen:

Wein Soul-Faktor Euronen
2012er White Blend –Chenin Blanc, Clairette und Viognier
Mullineux Family Wines, Swartland
10-20
2012 Vernatsch „Bsunders“
Thomas Pichler, Südtirol
10-20
Calistoga Family Wines
http://www.calistoga.eu
oder sende eine E-Mail an
office@calistoga.eu

Liebe Walinauten,

mit Konrad Nagele vom Südtiroler Bauernstandl darf ich einen lang ersehnten Gast bei Wein am Limit begrüssen.

Ich kenne Konrad schon lange und bin immer wieder begeistert mit welcher Leidenschaft er seine Produkte aus seiner Heimat Tirol nach Deutschland bringt. Es handelt sich um Käse und Schinken von ausgesuchten Bauern und Käsereien.

Jeden Freitag und Samstag findet man ihn auf dem Volksdorfer- oder dem Isemarkt in Hamburg. Jedes seiner Produkte hat eine ganz eigene Geschichte und ich kenne nur wenige, die ihre Produkte besser vermitteln können als Konrad.

In dieser Folge demonstriert er anschaulich, wie wichtig Fütterung, Aufzucht, Reifezeit und Herkunft für ein exzellentes Naturprodukt sein müssen.

Der erste Wein stammt vom Weingut Mullineux aus dem Swartland in Südafrika. Dieser junge Betrieb ist gerade vom renommierten „Platter Guide“ zum Weingut des Jahres und von der Jury des Guardian als das 2. Beste in SA gewählt worden. Der White Blend ist eine clever komponierte Blend, die eigenständig und langlebig ist. Keine „Show Reserve“, wie so häufig aus der südlichen Hemisphäre, sondern ein vielschichtiger subtiler Wein ohne aufdringlichen Holzgeschmack. Dieses Weingut gehört zu den erfolgreichsten Weingütern in Südafrika, die mit ihrer finessenreichen Stilistik auch international für Aufsehen (Parker, Decanter, Wine Spectator) gesorgt haben. Es ist die gelungene Kombination von Alter und Neuer Weinwelt. Perfekt zum Weichkäse.

Der 2. Wein ist eine „Kalterer See Auslese“ vom Micro Produzenten Thomas Pichler aus Südtirol. Mit diesem Wein beweist er, dass der einst gefürchtete Wein aus Südtirol ein ganz wunderbarer Tropfen sein kann. Nicht schwer, sondern leicht und elegant gleitet er über die Zunge. Viele Vernatsch haben ein starkes Aroma von Bittermandeln und sind sehr blumig. Der „Bsunders“ ist anders und obwohl leicht, doch komplex. Ein köstlicher Duft von Sauerkirschen, Zwetschgen und Veilchen weht im Glas. Der Stoff ist konsequent trocken und hat einen seidigen Geschmack, der gleichermaßen gut zu Käse und Schinken passt. Ein saftiger Allrounder der aus einer alten Rebanlage (70-80 Jahre) stammt. Er ist der Gegenbeweis für das sonst eher zweifelhafte Image dieser bekannten Herkunftsbezeichnung der Überetsch.

„In taste we trust“.

Euer
Hendrik

Über hendrikthoma

Master Sommelier, Impresario und Gastgeber bei Deutschlands Video Blog + Shop "Wein am Limit"
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2 Antworten zu 2. Teil Besuch vom Wochenmarkt – 171. Folge Wein am Limit

  1. harald schreibt:

    Schöner Beitrag !
    habe heute morgen, wie jede woche, am wochenmarkt einen schönen allgäuer bergkäs geholt.
    auch im allgäu gibt´s ja schöne kühe 🙂
    so einen 24 monate gereiften käse mit einem schönen halbtrockenen rheingauer – ein gedicht !
    leider, wie im beitrag ja erwähnt, legen viele menschen immer noch zu wenig augenmerk auf die herkunft und machart ihrer lebensmittel…
    morgen gehts in die wachau – mal hendriks gute tips aus vergangenen beiträgen – wie malberg, pichler, harm usw. ausprobieren.
    einen schönen maifeiertag wünsche ich euch!
    harald

  2. Jo_2 schreibt:

    Bin etwas hinterher mit dem Ansehen der Folgen, dennoch noch ein paar Tipps aus meinem „Wirkungskreis“. Wer einmal im Bereich Bayerischer Bodensee unterwegs ist, der kann folgende kleine Genußrundreise machen. Anfangen kann man mit einem Sprung über die nicht mehr vorhandene/wahrnehmbare Grenze in den Bregenzer Wald (Vorarlberg). Das ist eine wahre Genußregion mit vielen der hier erwähnten handwerklichen Herstellern. Hier sind uns die Österreicher wirklich oft noch einen kleinen Schritt voraus. Es gibt eine Käsestraße, der man folgen kann und die einen zu einigen kleinen Käsereien/Sennereien führt, die jeweils eigene Käsevarianten produzieren. Aber auch abseits der Käsestraße gibt es hier und da kleine Betriebe, die sich manchmal auch auf die Verarbeitung von Schafs- oder Ziegenkäse spezialisiert haben. Ausklingen lässt man den Tag auf der Jausenstation Fesslerhof in Eichenberg mit wunderbarem Blick über den See und eigener Metzgerei (auf einer Tafel steht, was gerade geschlachtet wurde). Wer lieber auf der deutschen Seite bleiben möchte, findet im Allgäu selbstverständlich ebenso Sennereien mit handwerklich gemachten Käsen (Hopfen, Opfenbach, Gestraz, Grünenbach etc.). Zurück am Bodensee kann man sich auch wieder dem Wein hingeben, da es hier immer mehr kleine Winzer gibt, die auf Qualität setzen. Einfach die Winzer in Lindau, Nonnenhorn und Umgebung besuchen oder im Juli zum Winzerfest „Komm und See“ anreisen und mit dem Bus-Shuttle von Weingut zu Weingut tingeln und probieren. Klar, manche der Weine sind noch etwas „old school“, aber vielfach tut sich was, seit die jüngere Generation das Ruder übernommen hat. Wer noch nicht genug vom Wein hat, fährt weiter am See entlang Richtung Ba-Wü (Meersburg, Hagnau) und findet weitere (teilweise bekannte) Winzer und Weingüter. Kurios: Die Winzer im westlichen Teil des Bodensees gehören zum Anbaugebiet Baden, die vom Bayerischen Bodensee zu Württemberg 🙂 Wer im Stuttgarter Raum wohnt oder unterwegs ist und Ziegenkäse-Produkte mag, dem kann ich einen Besuch des Betriebs „Die Käsemacher“ in Weil in Schönbuch nur empfehlen. Selbiges gilt für Schafkäse und das Hohenloher Land – hier unbedingt mal bei Familie Fischer in Langenburg reinschauen. So, das war jetzt etwas länger (und somit nicht unbedingt internet-tauglich). Aber mir geht’s wie Hendrik … das Thema Lebensmittel finde ich wichtig und hier werde ich manchmal emotional … wenn ich z.B. höre, dass auf Sylt Miesmuscheln von hoher Qualität gezüchtet werden, die komplett nach Belgien gehen weil dort Wert auf Qualität gelegt wird für die man dann auch bezahlt, wohingegen man aus eben diesen Gründen in D. keine Abnehmer findet, dann ärgere ich mich!

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