Das Sud-Ouest „Weinduell“ 1. Teil – 196. Folge Wein am Limit

Liebe WALinauten,

die Weinregion Südwestfrankreich besteht aus 60.000 Hektar Weinbergen, 17 Einzelregionen und verfügt über 100 Rebsorten (davon viele autochone). Sie erstreckt sich von den Füßen der Pyrenäen, bis an die Ausläufer des „Massif Central“ und wiederum bis an die Atlantikküste. In erster Linie ist das Klima atlantisch geprägt. In einigen Teilen ist auch ein spürbarer mediterraner Einfluss zu fühlen.

Das macht den „Südwesten“ zu einer der vielfältigsten Regionen des Landes. Lange Zeit war er abgeschnitten durch hohe Transportkosten und Zölle des Hafens von Bordeaux. Die Bordelaiser hatten ein ureigenes Interesse erst ihre eigenen Weine zu vermarkten und machten es den Anrainern dementsprechend schwer. Viele Weine aus Cahors, Bergarac, oder dem Madiran, wurden deswegen als Blendingpartner genommen, um die (damals) farbschwachen Bordeaux aufzupimpen. Doch vor einigen Jahrzehnten haben sich die Weinregionen von diesem Joch freigeschwommen und pflegen ihr eigenständiges Profil mit großem Stolz.

So zum Beispiel Cahors, benannt nach der gleichnamigen Stadt an der Lot, die berühmt für ihren tiefdunklen Wein -den Vin Noir- ist. Im Sommer wird es sehr heiß und das Klima ist stark kontinental geprägt. Die Böden am Fluss sind kieselig und in den höheren Hängen, sowie auf dem Plateau, stark kalkhaltig. Trotz der spürbaren Kraft und Intensität, können Cahors Weine sehr frisch und mineralisch schmecken. Der Grund dafür sind die Böden.

Auf den terrassenartig angelegten Weingärten wachsen die Rebsorten Malbec, Tannat und Merlot. Dabei muß von der ersteren Rebsorte mindestens 70% enthalten sein, um sich die AOP Cahors zu verdienen. Seit neuestem gibt es einige reinsortige Malbec, die sehr finessenreich und elegant schmecken. Eine großartige Entwicklung. Lange Zeit war Cahors als raubeiniger Rotwein verschrien, der extrem lange reifen musste, um überhaupt getrunken werden zu können. Es gibt heute eine Menge Beispiele dafür, dass das nicht der Fall sein muss. Die Winzer pflegen mittlerweile einen anspruchsvollen und zugänglicheren Stil, ohne dabei an Tiefe verloren zu haben. Ohne Frage: Cahors Weine sind charmanter geworden und Grundlage des 1. Teils der Sud-Ouest „Weinchallenge“.

Angetreten sind zwei Teams, um die drei Prüfungen zu bestehen. Das eine Team besteht aus Weinblogger, Journalist und Südwestfrankreichexperte Axel Biesler und Charlotte Merkel aus der Pfalz. Mein kleines Team wurde vom Restaurantfachmann Mirek Stellmacher vom Ristorante Tropeano di Vino aus Hannover verstärkt. Seine Videobewerbung war eindeutig die beste.

Im Restaurant „Côte Sud“, von David Blanco, mussten wir zu einem von uns ausgesuchten Cahors ein Gericht ausdenken und für 8 Personen anrichten. Dabei hatten wir eine Zeitvorgabe von 90 Minuten. Das Fazit: Am Ende schmeckt der dunkle Cahors zu einem kraftvollen Essen immer noch am besten.

Immer mehr Spaß im Glas,

Hendrik

Südwesten

Über hendrikthoma

Master Sommelier, Impresario und Gastgeber bei Deutschlands Video Blog + Shop "Wein am Limit"
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9 Antworten zu Das Sud-Ouest „Weinduell“ 1. Teil – 196. Folge Wein am Limit

  1. Praterralle schreibt:

    Hallo Hendik,
    also irgendwie bin ich Lotte-Fan.
    Nix für ungut.

  2. Kerstin Uhlenbusch schreibt:

    Hi Hendrik, einen super Typen hast Du da mit Mirek an Deiner Seite. War bestimmt ’ne tolle Woche. Machst Du mal ’ne WaL-Sendung mit ihm?

  3. AlenJ schreibt:

    Ich frage mich gerade, was du dir wohl zur Jubiläumssendung überlegen wirst?

  4. Lindbergh schreibt:

    Ich habe mich auf die Beiträge aus Frankreich gefreut, bin vom ersten aber sehr enttäuscht. Ich nehme nichts mit, außer der Erkenntnis, dass Ihr da unten eine Menge Spaß habt. Interessant wäre zum Beispiel gewesen, warum die Teams beim Kochduell sich für ihren Wein entschieden haben, wie sie auf die Speisenkombination gekommen sind, und wie dann das Ergebnis zustande kam.
    Nichts von alldem wird angesprochen, die ganze Folge bleibt an der Oberfläche.
    Schade!

    • hendrikthoma schreibt:

      Lieber Lindbergh, leider sind ein paar kleine Sequenzen abhanden gekommen. Deswegen fehlt da der Punkt mit den Speisen und Wein. Insgesamt soll es natürlich mehr um das Gebiet und das Weinduell gehen. Danke für Deine Anregung. Viele Grüße,

      Hendrik

  5. janhenning schreibt:

    Bald ist die 200. Folge von Wein-am-Limit. 200 Folgen produziert zu haben, ist eine reife Leistung. Ich schätze, gut 60% davon – also ca. 2 von 3 Folgen – gesehen zu haben. Um diese „Trefferquote“ bei einem Follower zu erzielen ist, muss man schon sehr gut sein, insofern ist sie ein großes Kompliment. Für mich ist WAL gekennzeichnet von Dialogen hoher Sachkenntnis und interessanten Themen, Weinen und Gästen, weshalb mein Geschmack oft getroffen wird.
    Das Thema Sud-West-Frankreich ist ein spannendes, vielschichtiges Thema. Einen Road-Trip hätte ich super gefunden. Es in das Format einer Weinchallenge einzubinden, gibt mir leider nichts. Vielleicht bin ich nicht die Zielgruppe, schließlich schaue ich auch keine Scripted-Reality Sendungen. Experimente mit dem Format WAL sind wichtig, aber leider bedeutet der Ausgang dieses Experiments wohl für mich, 0 von 3 Folgen in Reihe zu sehen. Aber ich denke, es kommen auch wieder bessere Zeiten…

    • plongel schreibt:

      Ich kenne die Seite erst seit Kurzem, aber ich habe mir trotzdem schon recht viele -auch alte Folgen- mit viel Freude und vielen wertvollen Erkenntnissen angesehen. Und es ist natürlich auch i.O., wenn da mal ein paar Folgen im Wesentlichen „nur“ vermitteln, daß da ein paar Leute einfach ihren Spaß hatten, auch wenn man selber da jetzt nicht so viel davon hat. Vielleicht ist die Kernaussage dieser 3 Folgen einfach: Probiert sowas vielleicht auch mal aus…

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