Was muss ein Wein können, um Cornelia Poletto zu gefallen? – 199. Folge Wein am Limit

Wein Soul-Faktor Euronen
2013 Grüner Veltliner „Donau“
Weinmanufaktur Clemens Strobl, Wagram
10 bis 20
Champagner- Pur Meunier- Brut Nature
Christophe Mignon
40 bis 50
Ein Flasche Champagner C. Mignon kostet 46,90 € inkl. MwSt. und zzg. Versand in Deutschland
Hier kann man die Weine kaufen:
Calistoga Family Wines, Hamburg bzw. sende eine E-Mail an office@calistoga.eu

Liebe WALinauten,

was muss ein Wein können, um auf Cornelia Polettos Weinkarte Platz zu finden? Das ist die zentrale Aussage der heutigen Folge. Cornelia Poletto vorzustellen ist eigentlich unnötig. Fast jeder kennt die umtriebige Köchin, die ein sehr beliebtes kleines, elegant-modernes Lokal ohne Allüren in Hamburg Eppendorf betreibt. Abgerundet wird ihr Angebot durch einen Lebensmittelhandel und eine „Cucina“, eine individuelle Kochschule und Eventlocatation, in der sie monatliche Kochkurse gibt.

Ihren Michelin Stern hat sie vor Jahren zurückgegeben. Nicht aus Trotz, wie einige meinen, sondern weil sie mehr Freiraum für ihre Ideen von ungezwungener Gastronomie brauchte. Wir kennen uns schon lange und ich habe mich sehr gefreut, dass sie auch mit vollem Terminkalender immer etwas Zeit für ihre alten Freunde mitbringt.

Den Wein von Cornelia, einen Grünen Veltliner von der Weinmanufaktur Clemens Strobl aus Wagram, gibt es demnächst auf Ihrer Weinkarte für ca. 9-10,– € pro Glas (0,2L). Ein fruchtiger, leichter Vertreter mit vielen Fruchtaromen und dem klassischen „Pfefferl“. Im Gaumen schmeckt er angenehm, mit salziger Mineralität und hat einen schönen Trinkfluss. Er liegt irgendwo zwischen 3-4 Soulpunkten und stammt aus einer 25 Jahre alten Anlage mit Lössboden. Ein lecker „Stöffchen“, das sich gut anlässt und Lust auf ein zweites Glas macht.

Im Gegenzug präsentiere ich Cornelia eine meiner neusten Entdeckungen. Einen Champagner von Christophe Mignon aus dem Vallée de la Marne, dem Marnetal. Ein knochentrockener Brut Nature mit einer komplexen, gehaltvollen Nase von reifen Früchten, Sauerteig, Honig und Boskop Apfel. Den Wein habe ich auf einer Reise in Frankreich kennengelernt und war so begeistert, dass ich gleich zum Weingut gefahren bin. Leider ist das 7,5 Hektar große Weingut sehr klein, der Arbeitsaufwand mit einem Mitarbeiter pro Hektar extrem hoch, die Erträge dazu auch noch so gering, dass ich nur wenige Flaschen zugeteilt bekomme. Dennoch lohnt sich der Aufwand, denn diese Gewächse machen unglaublich viel Spaß und erweitern den Geschmackshorizont. Kenner wissen, dass der Pinot Meunier (Schwarzriesling) unter den Rebsorten der Champagner eher schlechten Ruf besitzt. Mit diesem Beispiel wird das eindeutig widerlegt. Cornelia gibt ihm 4+ Soulpunkte und von mir würde er 5 Soulpunkte locker einstecken. Ein trink-animierender, vor allem sehr bekömmlicher Champagner. Er zeigt, dass Winzerchampagner längst kein Bauernstoff mehr ist, sondern ein hochgradig raffiniertes Getränk. Vor allem aus der Hand eines Könners und beseelten Menschen wie Christophe Mignon.

Der einzige Nachteil ist, selbst wenn ich mehr davon wollte, kann ich nie soviel bekommen, wie ich haben möchte.

Definitiv mehr Spaß im Glas,

Hendrik

Über hendrikthoma

Master Sommelier, Impresario und Gastgeber bei Deutschlands Video Blog + Shop "Wein am Limit"
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28 Antworten zu Was muss ein Wein können, um Cornelia Poletto zu gefallen? – 199. Folge Wein am Limit

  1. Sven schreibt:

    Klasse Beitrag, ihr zwei.
    Welchen Wein – außer dem GV – würdest du zu Cornelias fantastischem Hühnchen empfehlen, Hendrik?

  2. Markus K. schreibt:

    Hallo, sehr schöne Sendung. Danke, das Du eine Lanze für non-dosage/brut nature Champagner/Sekte brichst. Ich persönlich schätze diese Art von Champagner sehr. Hatte unlängst einen Fidele von Vouette et Sorbee der mich in der selben Preisklasse ( bis 50€) sehr beeindruckt hat. Der erwähnte Bollinger ist mir fast schon zu langweilig, aber von den Großen einer meiner liebsten. Darüber hinaus wäre ich froh, wenn wir bei uns mehr Restaurants hätten, die mehr spannendere, offene Weine im Programm haben. Allerdings muss für 10€ guter Stoff her, ich bin mir nicht sicher ob der vorgestellte Veltliner da so mein Ding wäre.
    der Countdown läuft- freu mich auf die 200!!!!Gruß aus Bochum

  3. m_arcon schreibt:

    10 Euro fürn Glas Wein der einen Endverbraucherpreis von 15 Euro hat, find ich schon heftig. Und ich bin nicht der Typ der auf der „Alles zu Teuer“ Schiene fährt. Aber der Wein scheint nicht wirklich ein Knaller zu sein. Vergleicht man hier die Preise z.B. vom Witwenball (um in HH zu bleiben) sind die Preise pro Glas billiger und es gibt wahrscheinlich interessanteren Stoff (Muhr & van der Niepoort, Wechsler (zwar einfacher Rieslinge) aber 4,50!!).

    Der Mignon klingt interessant, hab schon einige Somms aus New York gesehen die diesen Champanger bei Instagram oder Delectable gepostet haben und ebenfalls begeistert waren. Ein Tipp wenn einem Pinot Meunier gefällt. Unbedingt Jerome Prevost probieren. Absoluter Knaller!

    Cheers
    Marc

  4. plongel schreibt:

    Gerade gestern Abend habe ich in einem Hotel bei unseren österreichischen Nachbarn zum Abendessen eine 0,375er Flasche GV Loiser Berg von Bründlmayer für 12,90 EUR getrunken, der wohl nicht das Flaggschiff des Hauses war, aber er hat rundrum Spaß gemacht. Ob der GV auf Frau Polettos Weinkarte nun besser oder schlechter oder gleichwertig ist, vermag ich mangels entsprechender Verkostung nicht zu sagen, aber für 10 EUR + pro Glas (wie groß?) würde ich schon auch etwas „Gehobeneres“ erwarten. Vielleicht ist es dann doch einfach der Sterne- und Prominenten-Bonus, den man hier zahlen muß?
    Davon abgesehen finde ich Frau Poletto aber recht sympathisch, vor Allem, weil sie halt doch ihre markante Handschrift hat in dem was sie tut. Ihren Namen habe ich erstmals mit einem Buch von ihr und ihrem Vater wahrgenommen (seines Zeichens Gynäkologe), eine Kombination aus Ratgeber / Erfahrungsbericht während und nach der Schwangerschaft, in dem am Ende natürlich auch entsprechende Kochrezepte stehen, die die Kleinen auch schon kurz nach der Geburt auf unkomplizierte Weise an den Genuß abseits der Fläschchenkost heranführen sollen. Sehr sympathisch gemacht und in der Art wohl ziemlich alleinstehend auf dem großen Markt der Ratgeber rund um das Thema Schwangerschaft. Schon dieses Buch unterstreicht ihre besondere Art.

    Beim Champagner-Thema ist auch meine Erfahrung, daß recht viele Leute den „Schampus“ recht kritiklos in sich hineinschütten und ich ob einer vernichtenden Witwen-Kritik meinerseits schon kopfschüttelnd als Ignorant bzw. Gourmand (im negativen Sinn) bezeichnet wurde. Aber mit dem „typischen“ Champagner bis hin zum Dom Perignon, den ich maßlos überbewertet finde, kann ich einfach nichts anfangen. Da ist mir ein „knochentrockenes“ Produkt abseits des Üblichen und immer gleichen Champagner-Geschmacks der großen Häuser schon lieber, deshalb klingt die Empfehlung durchaus interessant. Mein letztes positives Champagner-Erlebnis stammt aus dem Hause Gobillard, ist aber schon eine Zeit her. In letzter Zeit habe ich -selten genug- eher italienische Erzeugnisse genossen: Giulio Ferrari und Tiefenbrunner Brut, für meinen Geschmack ein mehr als vollwertiger Champagner-Ersatz und insbesondere im Falle des Tiefenbrunner auch sehr viel Spaß pro Taler…

  5. Praterralle schreibt:

    Also der GV enttäuscht mich ein bißchen. 15 Euro und dann nur Alltagswein mit 3 Soulpunkten. Da gibt es für weniger Geld GVs, die wesentlich mehr Soulpunkte erzielen würden. Irgendwie ist der GV noch nicht in Deutschland richtig angekommen. Aus der Wagram wäre aber auch mal der rote Veltliner interessant. Hat mit dem grünen nix zu tun und ist typisch für das Gebiet..

    • hendrikthoma schreibt:

      Hallo Praterralle, der Wein hat schon mehr als „nur“ 3 Soulpunkte, abedr ist auch nicht so außergewöhnlich, daß er 4 verdient hat. Mir hat der Trinkfluss viele Freude gemacht. Der Preis ist angesichts der Qualität absolut in Ordnung. Viele Grüße, Hendrik

  6. plongel schreibt:

    Gibt genügend Alternativen, wenn man ein bißchen sucht. Allein hier gibt es schon einige:

    Grüner Veltliner Reserve 2011
    Kremser Wachtberg; Weingut Andreas & Michael Harm, Kremstal

    Grüner Veltliner Smaragd 2011
    Achleiten, Domaine Wachau

    Grüner Veltliner „Thurnerberg“ 1. Lage 2012
    Weingut Türk, Kremstal DAC

    Ist aber letztlich Geschmackssache, auch die hier vergebenen Punkte sind schließlich kein absoluter Maßstab, auch wenn ich bis jetzt bei den Tröpfchen, die ich kenne, keine großartig abweichende Meinung habe. Vielleicht ist auch nur der Jahrgang nicht der Beste?

  7. Rudi schreibt:

    Ich denke eine Geschäftsfrau die eine erhaltene Auszeichnung wie einen Michelin-Stern zurück gibt, weil sie sich den damit verbundenen Erwartungen nicht unterwerfen will, hat auch Gäste die eine solche Haltung teilen. Wer als Gast etwas bekommt mit dem er glücklich ist, für den dürfte der Preis irgendeines der Posten auf der schlussendlich erhaltenen Gesamtrechnung
    unbedeutend sein.

    • plongel schreibt:

      Klar, das muß jeder selber wissen, wie er bzw. sie das kalkuliert. Für viel Leistung ist es auch opportun, viel Geld zu verlangen. Allerdings ist der Wein ja „nur“ ein Durchlaufposten, eine Veredelung des Produkts wie bei den Speisen findet hier ja nicht statt. Die Qualität des Weins geht auf den Winzer zurück, nicht auf den Wirt. Daß man auf den Wein einen entsprechenden Fixkostenanteil draufschlagen muß, ist klar, aber ab einem gewissen Faktor frage ich mich dann schon, ob das nun wirklich sein muß. Wo ein Kunde dann persönlich seine Schmerzgrenze sieht, ob er das an Einzelposten oder der Gesamtsumme festmacht und ob er ggf. irgendwelche Konsequenzen bei der Bestellung zieht, ist dann seine Sache. Zum Glück sind ja beide Parteien frei in ihren Entscheidungen.
      Und wenn die Kalkulation für den Wirt zu einem zufriedenstellenden Umsatz führt, ist es auch i.O., auch wenn der ein oder andere Kunde sich vielleicht seine Gedanken macht.
      Man kann es schließlich nicht jedem recht machen…

    • Robin schreibt:

      Naja, der Michelin-Stern ist eigentlich eine Bewertung, die man nicht „zurückgeben“ kann, so wie man auch Punkte bei Yelp z.B. nicht zurückgeben kann. In Frau Polettos Fall hat sie ihr Restaurant schlicht geschlossen und ein neues eröffnet, welches die entsprechende Bewertung nicht erhielt.

      • plongel schreibt:

        Ich habe das noch so in Erinnerung, daß das Haus, in dem sich das Restaurant befand, abgerissen wurde und sie eine Zeit lang auch kein Ausweichdomizil gefunden hat. Dann der Neuanfang unter anderen Voraussetzungen, die neue Lokalität ist ja eher ein Feinkostladen mit angeschlossener Lokalität. Inwieweit da nun eine wirkliche Absicht zur Abkehr vom Stern vorhanden war, vermag ich nicht zu sagen, möglicherweise ergab es sich einfach so.

  8. Rudi schreibt:

    Ich bin mit Frau Poletto in keinster Weise verbunden und habe auch nicht vor das Lokal zu besuchen. Bleibe aber dabei – der Weinpreis dürfte wohl das geringste Beurteilungskriterium sein wenn es um einen ohnehin einiges an Zeit und Aufwand erfordernden Restaurantbesuch geht.

    Wie schon ausgeführt, es ist ein Unterschied ob ich Weinpreis vergleichend um die Häuser streife und Weinkartenpreise vergleiche oder ob ich in genau der Gaststätte bin in der es mir gefällt und in der ich auch sein will. Unstetes suchen und vergleichen versus Ziel erreicht haben und entspannt genießen. Wem es schon vor dem eigentlichen Kennenlernen vom Preis her nicht gefällt, der bleibt da wo er sich sonst auch immer vergnügt – so einfach ist das. 😉

  9. lory schreibt:

    Ich gehe mal nur auf das Thema Champagner ein und muss da zuerst mal Danke sagen, dass man sich hier so sehr für brut nature und zero dosage ausgesprochen hat. Sehe ich genau gleich. Weg vom Einheitschampagnerbrei und hin zu charaktervollen Bubbles! Man muss die großen Häuser ein stückweit jedoch auch loben, denn wenn man z.B. sieht, dass Moet und Veuve (ganz krasses Bsp.) zusammen knapp 120mio Flaschen pro Jahr produzieren, dann ist es schon besonders, wie sehr sie die konstante Qualität bei ihrem Produkt hinbekommen. Nichtsdestotrotz ist eckig, kantig und vor allem eigenständig wie z.b. zero dosage immer sehr viel angenehmer oder zumindest ne nette Abwechslung, allerdings im Einzelhandel auch nicht ganz leicht zu bekommen.
    Jedoch seien auch auf keinen Fall die Crémants zu vergessen und ein kleiner Tipp von mir, den man neben Champagnern wie Pervost oder Bouvet-Ladubay mal probieren sollte, sind die Crémants d’Alsace von Charles Baur, die auch knochentrocken, ja fast karg und salzig daherkommen.
    Vielen Dank für die tolle Sendung! …Episode 200, here we come 🙂

    • plongel schreibt:

      Das mit der konstanten Qualität ist ja dem Umstand geschuldet, daß die meisten Häuser ihre Produkte jedes Jahr neu aus einer Vielzahl von Grundweinen, meist auch unterschiedlicher Jahrgänge, zusammenmischen (Assemblage), bis der entsprechende Markengeschmack erreicht ist. Man mag das als Kunst bezeichnen, aus einer Unzahl von Zutaten (also oft deutlich im zweistelligen Bereich) ein immer gleiches Produkt zu kreieren. Ich finde das eher etwas befremdlich und ziehe meinen Hut eher vor den Winzern, die jedem Schaumwein-Jahrgang die entsprechende Handschrift lassen und nicht versuchen, mit Gewalt auf einen vordefinierten Geschmack hinzuarbeiten. Beim „ganz normalen“ Wein schüttelt man bei sowas den Kopf, beim Champagner findet man es toll…

      Heißt übrigens nicht, daß ich damit auch Cuvées ablehne, ganz im Gegenteil!

  10. Rudi schreibt:

    Apropos, „charaktervolle Bubbles“ – derzeit ist Federweißen-Zeit in D – http://www.weingut-sauer.com/
    Für seinen Federweißen lasse ich gerne alles andere sausen – da kommt beim Genuss tatsächlich schon eine Ahnung auf wie der fertige Wein schmecken wird.

    Ansonsten liebe ich sowohl Frankreich als auch französische Weine – das ist wirklich ganz großes Kino für mich. 🙂

  11. plongel schreibt:

    ich warte dann doch lieber, bis der Wein fertig ist…

  12. Rudi schreibt:

    Ich nicht, ich möchte auch zu gerne mal vom schäumenden Bier einer schottischen Whisky-Brennerei probieren, soll so ähnlich wie unser Weißbier schmecken, erfuhr ich irgendwo auf YouTube. 😄

  13. plongel schreibt:

    Ja, so hat jeder seine eigenen Gelüste, zum gibt es sooo viele (gute) Geschmäcker und nicht jeder hat den gleichen…

  14. MArcus schreibt:

    Tolle Frau, tolle Köchin, tolle Folge – klasse und vielen Dank.
    Was würdet Ihr einem Champagner Anfänger empfehlen ?

    • plongel schreibt:

      So blöde es vielleicht klingen mag, aber ich würde dir empfehlen, nicht zu sehr auf Empfehlungen zu hören, sondern zu versuchen, selbst durch try and error die Stöffchen zu finden, die dir am meisten Spaß machen.
      Es war jedenfalls mein Anfängerfehler, zu lange den anderen zu folgen. Aber Anregungen, die man hier ja zuhauf bekommen kann, sind natürlich immer gut…

  15. Messias schreibt:

    Nach den durchweg verunglückten Frankreich-Shows geht es hoffentlich in gewohnter Qualität weiter. Der Anfang ist gemacht – auf zur Jubiläumsfeier 😃

  16. Dominik Herzog schreibt:

    Hier ein Link mit weiterführendem Link, dann kann sich jeder ein Bild machen und sehen wie die Probleme in der Gastronomie bestellt sind, die da lauten wirtschaftliche Zwänge, vorallem im „Geiz ist geil“ Land Deutschland, aber nicht nur, wie die Berichte beleuchten!
    http://www.vinaria.at/News_Detail.aspx?id=467

    • plongel schreibt:

      Ich denke, letztlich ist es doch im Wesentlichem dem Geschick des Wirtes geschuldet, wie erfolgreich der Laden läuft. Wie überall in der Wirtschaft haben diejenigen am meisten Erfolg, die sich am besten auf die Bedürfnisse des Marktes einstellen können oder im besten Fall den Markt auch zu ihren Gunsten verändern können. Diejenigen, die nur jammern, daß keine Gäste mehr kommen -aus welchen Gründen auch immer- sind letztlich in dem Geschäft fehl am Platz. Man mag vielleicht bedauern, daß es z.B. zu wenige genußfreudige Menschen gibt, die gerne und ohne Reue für einen schönen Abend zu viert einen 1000er (ok, gibt’s nicht mehr) springen lassen, aber irgendwann ist halt jeder Markt mit der entsprechenden Gastronomie gesättigt. Und das gilt für jede Art von Gastronomie, vom Griechen um die Ecke bis zum Sterne-Tempel.
      Gleiches gilt natürlich auch für das Weinangebot. Einerseits freue ich mich, daß es scheinbar immer mehr gute und beste Tröpfchen gibt. Ob der Markt dabei auf Dauer mitzieht, bleibt abzuwarten. Vielleicht ist auch hier irgendwann ein gewisser Sättigungsgrad erreicht, was sich dann auf die Preise auswirken würde und in der Folge ggf. auch in ein Winzersterben mündet, was sich eigentlich keiner von uns wünschen kann.
      Einen Preisverfall bei den hochpreisigeren „Luxusweinen“ gibt es derzeit ja schon, soweit ich das überblicken kann.

  17. Alex schreibt:

    angesichts der Auswahl an Grünen Veltlinern(gerade in dieser Region – anliegendes Kamptal, Kremstal ..) ist das Preis-Leistungs Verhältnis bei diesem Wein absolut nicht gegeben… Weine die über weitaus mehr Potenzial und Geschmack verfügen und um einige Euro weniger kosten sind nicht schwer zu finden 😉 – (siehe aktuelle Vinaria https://fbcdn-sphotos-g-a.akamaihd.net/hphotos-ak-xpa1/t31.0-8/10496205_975698405788988_8494012452105861432_o.jpg)
    um noch abschließend zur Preisgestaltung von Frau Poletto ein paar Worte zu sagen – wenn ich in einem Lokal für 10 Euro pro Glas einen Veltliner vom Wagram der ab Hof bzw. Gastro wahrscheinlich 12 Euro pro Flasche kostet würde ich mir, mit verlaub, verarscht vorkommen! Dann müsste ein Veltliner aus der Wachau folglich 30 Euro oder mehr pro Glas kosten … Leider wird genau so Menschen der Spaß am Wein genommen!

    • plongel schreibt:

      Mir wäre das sicher auch zu viel und meine persönliche Schmerzgrenze wäre da wohl ebenfalls deutlich überschritten. Aber das muß jeder selber wissen, wie er -respektive sie- die Preise im eigenen Laden gestaltet. Wenn genügend Leute übrig bleiben, die ohne Schmerz und Murren den Zehner für den GV hinlegen, was soll’s. Wenn allerdings jemand davon ausgeht, daß er für das Geld einen GV bekommt, der aus der 20 EUR/Fl. Liga kommt (Einkauf), der wird möglicherweise enttäuscht sein und ggf. Einbußen beim Spaß erleben, was sich vielleicht dann wieder auf die Gesamtbewertung der Lokalität auswirkt. Aber wenn der Laden dennoch voll bleibt oder keine diesbezüglichen Nachfragen in signifikanter Häufung kommen, warum sollte ein Wirt dann an seiner Preisgestaltung was ändern? Es ergibt sich womöglich eine Selektion bei der Kundschaft, das ist alles. Und solange es genügend Alternativen gibt, sehe ich das nicht als grundsätzliches Problem an.

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